Bereits um 1870 dachte man daran, durch das Tal
der Ybbs und weiter durch das Bodingbachtal eine Bahnlinie nach
Kienberg-Gaming zu bauen. Der Börsenkrach von Wien im Jahr 1873
bereitete den Plänen ein jähes Ende.
In den 80er – Jahren des vorigen Jahrhunderts strebten Vertreter
des Ybbstales erneut den Bau einer Nebenbahnlinie an. Sprecher der
Gemeinden und Interessenten war der aus Waidhofen/Ybbs
stammend
NÖ Landtags- und Reichtagsabgeordnete Gottfried Jax.
Zahllose Gespräche und Verhandlungen zeigten zunächst
keinen Erfolg. Ja selbst die Trassenführung konnte nicht geklärt
werden, bis 1893 die zähen Verhandlungen abgeschlossern werden
konnten. Die Bemühungen und das Engagement der Befürworter hatte
endlich Erfolg. Der Reichsrat verabschiedete noch am 26. Dezember
desselben Jahres ein Gesetz für den Bau der Ybbstalbahn.
Noch vor Baubeginn kam es durch einen Erlaß des Innenministeriums
vom 11. Sept. 1895 zur Gründung einer Aktiengesellschaft. Das
Anlagekapital betrug damals 1.612.000 Gulden.
Die Schmalspurbahn durch das Ybbstal ist heute
eine Verkehrslinie, die der sicheren und zuverlässigen Beförderung
von jährlich tausenden Fahrgästen dient. In modernen Triebwagen
der Baureihe 5090 erreichen täglich Schüler und Berufspendler
ihr Ziel. Weiters a
ttraktiv
sind die Ausflugsfahrten mit dem Barwagen in Nostalgie- und
Sonderzügen, aber auch mit den Planzügen.
Am 01.06.1895 erfolgte der Spatenstich für den
ersten Streckenabschnitt Waidhofen-Groß-hollenstein, beim
„kleinen Kreuz" in Waidhofen. Die Eröffnung dieses
Teilabschnittes fand bereits am 15. Juli 1896 statt.
Drei
Jahre später, am 15. Mai 1898 kam es zur Eröffnung des zweiten
Teilabschnittes von Großhollenstein bis Lunz/See. Noch im selben
Jahr, am 12. November wurde das bautechnisch schwierigste dritte
Teilstück von Lunz/See nach Kienberg-Gaming für den Verkehr
freigegeben.
Drei Jahre dauerte das Errichten der 71 km langen Strecke. Damit
wurde die projektierte Bauzeit von fünf Jahren um zwei Jahre
unterschritten.
Am 09.März 1899 wurde schließlich die Stichbahn von Gstadt nach
Ybbsitz mit einer Länge von 6 km eröffnet.
Heute ist die Ybbstalbahn eine Verkehrslinie, die
der sicheren und zuverlässigen Beförderung von jährlich
tausenden Fahrgästen dient. In modernen Triebwagen der Baureihe
5090 erreichen täglich Schüler und Berufspendler ihr Ziel.
Weiters attraktiv sind die Ausflugsfahrten mit dem Barwagen in
Nostalgie- und Sonderzügen, aber auch mit den Planzügen.
Die Ybbstalbahn und die Landschaft die sie durchfährt,
übt und übte seit Bestehen eine Faszination auf die Menschen
aus. Diese Faszination fand schließlich auch seinen Ausdruck in
einem Liebesgedicht von E. Kraus-Kassegg:

Liebeserklärung an die Ybbstalbahn
Wie oft bin ich durchs Land gefahren
Nach allen Seiten in der Welt, -
Was sah ich Schönes in den Jahren
Und hab nachher davon erzählt!
Doch das Erlebnis dann am Ende
Das war die Fahrt durchs Ybbstal hin,
das war wie eine schöne Wende
und gab der Reise erst den Sinn!
Die Ybbstalbahn, die unermüdlich
Das vielgewundne Tal durchfährt, -
Sie ist so sicher und so friedlich
Und hat sich allezeit bewährt.